Die Lebenshilfe - Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
 

Auf den Zweiten Blick - verschiedenen und doch eins

ZDF-Fernsehgottesdienst mit geistig behinderten Menschen zum 50-jährigen Bestehen der Lebenshilfe

Mitwirkende des Fernsehgottesdienstest. Foto: Peer Brocke

Zu den Mitwirkenden am Fernsehgottesdienst in der Esslinger St. Bernhardt-Kirche gehörten u. a., von links: Lebenshilfe-Bundesvorsitzender Robert Antretter, Dietmar Smetana, Geschäftsführer der Lebenshilfe Esslingen, Monika Frick, Christiane Riedel künstlerische Leiterin und Mitarbeiterin der Lebenshilfe Esslingen, Pfarrer Ulrich Enderle. Foto: Peer Brocke

Geistig behinderte Menschen gehören mitten in die Gesellschaft. Das ist das Credo der Lebenshilfe. Die Lebenshilfe sucht auch den Kontakt zu Kirchengemeinden, etwa in Esslingen am Neckar. Hier arbeiten Lebenshilfe und evangelische Gemeinde St. Bernhardt seit vielen Jahren eng zusammen. Zum 50-jährigen Bestehen der Lebenshilfe bundesweit fiel dann auch die Wahl auf Esslingen, um dort einen Fernsehgottesdienst zu feiern, der am Sonntag, 29. Juni 2008, live im ZDF gesendet wurde.
Trompeter Alfred Haag mit dem Lebenshilfe-Bundesvorsitzenden Robert Antretter. Foto: Peer Brocke
Geistig behinderte Menschen aus den Wohnstätten der Lebenshilfe nehmen nicht nur regelmäßig am Gottesdienst in der Esslinger St. Bernhardt-Kirche teil, auch das Gemeindefest wird mit der Lebenshilfe gestaltet und gefeiert. Beim monatlichen Gemeinde-Essen sind behinderte Seniorinnen und Senioren wie selbstverständlich dabei. Monika Frick, eine behinderte Frau, erledigt ehrenamtlich und zuverlässig den Thekendienst im Jugendtreff.
Alfred Haag, ein Mann mit Down-Syndrom, spielt mit großer Hingabe im Posaunenchor der Kirchengemeinde. In Planung ist zudem ein Einkaufsdienst für alte Menschen, den behinderte Frauen und Männer im Ehrenamt übernehmen wollen. „Das ist vorbildliche Integration und christliches Handeln im besten Sinne“, sagt Robert Antretter, der Bundesvorsitzende der Lebenshilfe.
Generalprobe. Foto: Peer Brocke
Der Gottesdienst in Esslingen war Bestandteil der Reihe der evangelischen ZDF-Fernsehgottesdienste im Jahr 2008. Sie steht unter dem Motto "Auf den Zweiten Blick" und nimmt die Erfahrung auf, dass der erste Eindruck zuweilen täuschen kann.  ZDF und evangelische Kirche wollen gewohnte Sichtweisen hinterfragen. Der Gottesdienst mit der Lebenshilfe trug den Titel "Auf den Zweiten Blick - verschieden und doch eins". Menschen rückten in den Mittelpunkt, die sonst eher nicht in den Blick geraten, und es wurde deutlich, wie das Evangelium neue Perspektiven eröffnet.
Die Skulptur wird gebaut. Foto: privat
Die bemalten Schalen stehen für die Hände, die Füße, die Augen, die Ohren, den Mund und das Herz. Foto: privat
Die Schalen werden bemalt. Foto: privat
Im Gottesdienst wurden die Schalen auf die Kugel gesetzt. Foto: privat
Die Kugel ohne Schalen. Foto: privat
 

Für den Gottesdienst bauten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam eine Skulptur, die den Leib Christi symbolisieren soll. Die  Leitung hatte Lebenshilfe-Mitarbeiterin Christiane Riedel, die auch als Künstlerin tätig ist.

Pfarrer Ulrich Enderle sagte dazu in seiner Predigt: "Der Körper des Menschen ist einer und besteht doch aus vielen Teilen. Aber all die vielen Teile gehören zusammen und bilden einen unteilbaren Organismus. So ist es auch mit Christus: mit der Gemeinde, die sein Leib ist.

Wir haben manche Bewohner der Lebenshilfe das Bild vom menschlichen Körper malen lassen. Manche haben Sonnen gemalt. So als wollten sie sagen, das Wichtigste an einem Körper ist seine Ausstrahlung.

Das hat uns darauf gebracht, diesen Leib in einem großen Rund darzustellen - die Körperteile habe wir zusammen mit den Bewohnern so gestaltet, dass sie sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Ausstrahlung bekommt die 'Sonne' erst durch die bunte Vielfalt seiner Teile. Wo Menschen mit verschiedenen Begabungen zusammenwirken, da strahlt es heraus."

 
© 2008 - 2013 Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. - 35043 Marburg, Raiffeisenstr. 18, E-Mail: Bundesvereinigung@Lebenshilfe.de