Die Lebenshilfe - Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
 

Offene Hilfen

Offene Hilfen
Der Begriff „Offene Hilfen“ umschreibt alle ambulanten personenbezogenen sozialen Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige. Sie zielen auf ein Leben außerhalb stationärer Einrichtungen in Selbstbestimmung und ermöglichen behinderten Menschen, in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben und mitten in der Gemeinde zu leben.

In den 1990er-Jahren stellte sich das Leistungsangebot der Offenen Hilfen auf die von der Lebenshilfe propagierten Ziele Integration und Teilhabe ein. Beispiele sind z. B. Familienunterstützende Dienste, die Begleitung behinderter Menschen am Arbeitsplatz, Unterstützung beim Wohnen, Schulassistenz sowie Freizeit- und Reiseangebote. 

Schaubild Offene Hilfen (pdf - 7.9 KB)

Doch ist der im Bundessozialhilfegesetz seit 1984 verankerte Grundsatz „ambulant vor stationär“ längst noch nicht ausreichend umgesetzt, im Gegenteil: Seitdem wurde das stationäre bzw. teilstationäre Angebot stärker ausgebaut als die ambulanten Hilfen. Wenn jedoch Menschen mit Behinderung zwischen den vielfältigen Angeboten wählen und sie auf ihre Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten sein sollen, dann muss ein flächendeckendes Netzwerk der Offenen Hilfen aufgebaut werden.

Dazu bedarf es u.a. folgender Maßnahmen: 
  • Die geteilte Zuständigkeit für unterschiedliche Hilfen wird überwunden. 
  • Leistungsberechtigte können aus verschiedenen Angeboten wählen. 
  • Einrichtungen, Dienste und Nutzer erhalten Anreize, um auf ambulante Hilfen umzusteuern.
  • Die Finanzierung ambulanter Hilfen ist auch bei hohem Unterstützungsbedarf gescihert.

Grundsätzlich muss jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von Schwere und Art seiner Beeinträchtigung sowie von der Höhe seines Hilfebedarfs, auf ambulante Dienstleistungen zugreifen können.

Bitte lesen Sie dazu auch "Auf- und Ausbau der Offenen Hilfen im Spannungsfeld programmatischer Ziele und faktischer Entwicklung" ,

einen Beitrag von Wilfried Wagner-Stolp (pdf - 18.9 KB)

Wilfried Wagner-Stolp ist Leiter der Abteilung Konzepte in der Bundesgeschäftsstelle der Lebenshilfe

 
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