Die Lebenshilfe - Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
 

Herausforderungen für die Einrichtungen

Persönliches Budget
Bis in die 1990er-Jahre setzte die Behindertenhilfe vor allem pädagogische, psychologische und therapeutische Schwerpunkte. Dann richtete sich der Blick stärker auf die Qualität der Einrichtungen, deren Organisation und der Qualifizierung der MitarbeiterInnen. Mit der Einführung des Persönlichen Budgets und dem Prinzip der Selbstbestimmung wurden an die Einrichtungen ganz andere Herausforderungen und Erwartungen gestellt. Einige wenige entwickelten sich schnell zu Dienstleistern für die von ihnen unterstützten Menschen mit Behinderung.

Wirtschaftliche Rezession und leere öffentliche Kassen bei steigendem Bedarf an Sozialleistungen ließen die politisch Verantwortlichen die Frage nach der Finanzierbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Behinderteneinrichtungen stellen. Nun standen Begriffe wie Betriebsführung, Erfolgskontrolle und Qualitätsstandards im Blickpunkt. Die gesellschaftlich finanzierten Sozialausgaben wurden nach Kosten-Nutzen-Aspekten durchleuchtet.
Qualität bei der Arbeit
Die Behinderteneinrichtungen verpflichteten sich zum Prinzip der Nutzerorientierung. Menschen mit Behinderung wurden in die Hilfe- und Förderplanung einbezogen, ihre Wünsche und ihr Einverständnis wurden im Sinne der Selbstbestimmung zum Maßstab. Auch die Lebenshilfe begann eine Qualifizierungsoffensive: z.B. Ausbildung für Qualitätsbeauftragte, Lebensweltorientierung in den Tagesstätten und betriebswirtschaftliche Kalkulation bei den Kostensätzen.
  • Eine vielbeachtete Publikation war das Handbuch "LEWO" zur Messung der Lebensqualität in den Wohneinrichtungen gemäß den Wünschen behinderter Menschen.
  • Qualitätskonzepte für den Bereich der Arbeit waren das "Instrumentarium zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in Werkstätten für Behinderte der Lebenshilfe" (QS-WfB) und QuAnTa für Menschen mit schweren Behinderungen in der Tagesförderung.
  • Für die Offenen Hilfen wurde QUOFHI entwickelt,
  • für die Familienentlastenden Dienste AQUA-FUD.
Bitte lesen Sie dazu auch: Professionalisierung, Qualitätsmanagement,

einen Beitrag von Christine Karches (pdf - 19.9 KB):

Christine Karches ist Leiterin des Fortbildungsinstituts InForm in der Bundesgeschäftsstelle der Lebenshilfe.
 
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