Die Lebenshilfe - Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
 

Das gemeinsame Grundsatzprogramm

Auf der Mitgliederversammlung in Marburg am 9. November 1990, in der auch der Beitritt der Lebenshilfe DDR zur Bundesvereinigung beschlossen wurde, gab sich die Lebenshilfe ein Grundsatzprogramm.

Drei Jahrzehnte lang hatte sie das Rahmenprogramm von 1959 mehrfach modifiziert und ergänzt. Nun sah sich die Lebenshilfe berufen, ihre in der Praxis erprobten Grundsätze zusammenzufassen und Maßstäbe zu setzen für die kommende Arbeit. Unter den Stichworten „Lebensrecht und Lebensqualität“ schrieb die nun gesamtdeutsche Vereinigung ihre Ausrichtung fest:
Ziel der Lebenshilfe
ist das Wohl geistig
behinderter Menschen
und ihrer Familien.
Sie setzt sich dafür ein,
dass jeder geistig behinderte Mensch
so selbstständig wie möglich leben kann
und dass ihm so viel Schutz und Hilfe
zuteil werden,wie er für sich braucht.
Maßgebend sind die individuelle Persönlichkeit
und die Bedürfnisse, die sich auch aus  
Art und Schwere der Behinderung ergeben.“

1990 war der Begriff „geistig Behinderte“ im Verbandsnamen der Lebenshilfe noch nicht durch die Formulierung „Menschen mit geistiger Behinderung“ ersetzt worden, die später ins Grundsatzprogramm übernommen wurde. Wie im Vorwort gewünscht, wurde das Programm vielerorts mit Leben erfüllt. Besondere Bedeutung gewannen die Leitlinien für die neu gegründeten Lebenshilfe-Vereinigungen in Ostdeutschland. Bis heute aktuell sind die Aussagen zu „Geistige Behinderung – es ist normal, verschieden zu sein“, „Selbstverwirklichung in sozialer Integration“, „Auf dem Weg zur Selbstbestimmung“ und „Leben so normal wie möglich“.

Die Entstehung des Grundsatzprogramms war ein mehrere Jahre andauernder demokratischer Prozess. Eine von der späteren Ehrenvorsitzenden Marie-Luise Trappen geleitete Arbeitsgruppe legte einen Entwurf vor, der auf der Mitgliederversammlung 1988 in 18 Gruppen diskutiert wurde. Der geänderte Text ging allen Lebenshilfe-Vereinigungen und interessierten Einzelmitgliedern zur Prüfung zu. Alle Anmerkungen wurden auf der Mitgliederversammlung 1990 von rund 500 Delegierten der Lebenshilfe-Vereinigungen diskutiert und schließlich gemeinsam verabschiedet.

Bitte lesen Sie dazu auch "Das Grundsatzprogramm",

einen Beitrag von Gertrud Genvo (pdf - 8.2 KB)

Gertrud Genvo ist  Journalistin in der Bundesgeschäftsstelle der Lebenshilfe
 
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