Die Lebenshilfe - Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
 

Freizeit, Sport und Kultur

Allein oder in der Gruppe: Freizeit soll vor allem Spaß machen und für Abwechslung im täglichen Lebensrhythmus sorgen. Wie kein anderer Bereich bietet sie Menschen mit geistiger Behinderung vielfältige Möglichkeiten zum ungezwungenen Miteinander auch mit nichtbehinderten Menschen.

Spielnachmittage, gemeinsames Basteln u.a. bot die Lebenshilfe seit ihrer Gründung an. Auch in den ersten Werkstätten achtete sie darauf, durch Freizeitangebote einen Ausgleich zur Arbeit zu schaffen. In den 1980er-Jahren entstanden Freizeitklubs, die örtlichen Vereinigungen suchten Kontakt zu Sport-, Wander- und sonstigen Vereinen.

1983 erarbeitete die Lebenshilfe Empfehlungen zum Freizeitbereich für Menschen mit geistiger Behinderung. Sie ermunterte ihre Mitglieder, durch Freizeitgestaltung die Chancen auf Entfaltung der Persönlichkeit sowie auf gesellschaftliche Integration von Menschen mit geistiger Behinderung zu nutzen.

„Eine solche Spielfreude und einen solchen Teamgeist habe ich selten erlebt."
Fritz Walter über die Fußballtreffen der Lebenshilfe  

Heute gibt es ein vielfältiges Angebot zu nahezu allen Sportarten und Freizeitbeschäftigungen. Menschen mit geistiger Behinderung brauchen mehr als andere Menschen Anregungen und Hilfe. Diese Aufgabe übernehmen neben pädagogischen Fachkräften vielerorts auch ehrenamtliche Helfer. Um zukünftige Nutzer mit ihren Wünschen und Interessen besser zu erreichen, sollten die Angebote auf Selbst- und Mitbestimmungsmöglichkeiten ausgerichtet sein. Dabei gilt es, auch Menschen mit schwerer oder Mehrfachbehinderung sowie Kinder, Jugendliche und Alte zu erreichen.

Auch Kunst und Kreativität gehören zum Leben von Menschen mit geistiger Behinderung selbstverständlich dazu. Künstlerische Begabung, das dringende Bedürfnis nach Gestaltung, Schöpfertrieb, Intuition und Fantasie finden sich bei ihnen genauso wie bei nichtbehinderten Menschen. Die kreativen Fähigkeiten von Menschen mit geistiger Behinderung werden zunehmend beachtet und festigen ihr Selbstvertrauen. Aus der Achtung der Umwelt schöpfen sie einen Teil ihrer Selbstachtung.

Die Lebenshilfe hat Menschen mit geistiger Behinderung zahlreiche Möglichkeiten geschaffen, um der Öffentlichkeit ihren künstlerischen Blick auf die Welt zu zeigen. „SEH-WEISEN“ nannte die Lebenshilfe ihren erstmals 1983 veröffentlichten, erfolgreichen Kalender mit Bildern von Menschen mit Behinderung. In vielen Orten wurden – auch unabhängig von der Lebenshilfe – künstlerische Vereine gegründet und Initiativen gestartet.

Beispielhaft genannt seien
  • das „Blaumeier-Atelier“ in Bremen (1986),
  • das „Theater Thikwà“ (1989)
  • der Verein Sonnenuhr (1990) mit dem Theater „RambaZamba“ in Berlin
  • Ateliers wie die „Kraichgauer Kunstwerkstatt“ in Sinsheim (1991)
  • und das Kunstatelier der Lebenshilfe Braunschweig (1992).
Hinzu kommen die großen Veranstalter EUCREA-Deutschland, z. B. mit dem Theaterfestival in Marburg (2002), sowie die Lebenshilfe Kunst- und Kultur gGmbH, u. a. mit den Festivals „Theater Brût“ in Passau (2005), „Grenzenlos Kultur“ in Mainz (seit 1997) und „No Limits“ in Berlin (seit 2005).
 
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