Die Lebenshilfe - Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
 

Altern in Würde

Die Zahl der alten Menschen mit geistiger Behinderung wächst und damit ihre Bedeutung für die Lebenshilfe. Menschen mit geistiger Behinderung wollen in Würde altern. Dafür setzt sich die Lebenshilfe ein.

Dank verbesserter medizinischer und hygienischer Versorgung und umfassender Förderung werden Menschen mit geistiger Behinderung heute fast genauso alt wie nichtbehinderte Menschen. Ihnen zu einem schönen und geruhsamem Lebensabend zu verhelfen, ist auch angesichts der demografischen Entwicklung eine der Zukunftsaufgaben der Lebenshilfe. Andere Länder sind uns in der Entwicklung notwendiger Hilfen voraus, weil in Deutschland durch die "Euthanasie" während der Herrschaft des Nationalsozialismus frühere Generationen  von Menschen mit Behinderung ermordet wurden. 

Alter Herr im Schaukelstuhl
Die Lebenshilfe vertritt den Leitgedanken, dass sich die Grundbedürfnisse alter Menschen mit geistiger Behinderung nicht von denen Nichtbehinderter unterscheiden:
  • Sie wollen nicht isoliert leben, sondern in vertrauter Umgebung mit Menschen, die sie kennen.Sie brauchen Hilfe bei der Strukturierung ihres Tagesablaufs und der Gestaltung ihrer Freizeit.
  • Sie brauchen eine ausreichende wirtschaftliche Grundlage im Alter.
     
  • Bei Krankheit, Pflege und beim Sterben möchten sie von vertrauten Mitmenschen betreut werden.


    Entsprechend formulierte die Lebenshilfe 1990 in ihrem Grundsatzprogramm:
    „Geistig behinderte Menschen haben das Recht, ihr Alter nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Die Lebenshilfe hat die Pflicht, entsprechende Angebote vorzuhalten oder notwendige Hilfen zu vermitteln.“
     
 
 „Marburger Appell“
Im September 2006 verabschiedeten die Delegierten der Mitgliederversammlung der Lebenshilfe u.a. folgende Aussagen und Forderungen:
  • Das Recht auf Integration und Teilhabe kennt keine Altersgrenze.
  • Für ältere Menschen mit geistiger Behinderung, die in ihren Familien oder im ambulanten Bereich leben, müssen auf Begleitung und Unterstützung ausgerichtete Angebote entwickelt und finanziert werden.
  • Alte Menschen mit geistiger Behinderung benötigen bedarfsgerechte medizinische Versorgung. Dazu gehören besondere Hilfen bei Demenz.
  • Auch bei größerem Pflegebedarf sollten sie vorrangig in ihrem Lebensumfeld betreut werden. Es ist sicherzustellen, dass Leistungen weiterhin im Rahmen der Eingliederungshilfe (Sozialgesetzbuch II) erbracht werden, damit sie bis zu ihrem Tod in ihrer vertrauten Wohnumgebung bleiben können.
 
Bitte lesen Sie dazu "Die Lebenssituation älter werdender und alter Menschen verbessern - eine wichtige Aufgabe der Lebenshilfe",

einen Beitrag von Klaus Kräling (pdf - 15.3 KB)

Klaus Kräling ist Referent für Wohnen, Freizeit und Sport in der Abteilung Konzepte der Bundesgeschäftsstelle der Lebenshilfe.
 
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