Die Lebenshilfe - Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
 

Verbandsentwicklung

Entstehung der Lebenshilfe
1962 fand die erste Ordentliche Mitgliederversammlung der Lebenshilfe statt. Zum Bundesvorsitzenden wurde Prof. Dr. Richard Mittermaier aus Bad Homburg gewählt. Dem neugewählten Bundesvorstand gehörten Siegfried Brockhaus (Mannheim), Mathilde Eller (München), Willi Hartschen (Solingen), Bert Heinen (Bonn), Alexandra Klausa (Köln), Werner Krause (Marburg), Tom Mutters (Marburg) und Wolfgang Uhde (Hamburg) an.

1962 hatte die Lebenshilfe bereits 6000 Mitglieder in 56 Orts- und Kreisvereinigungen. Sie betreute 150 Kinder in zehn Sonderkindergärten, 1700 geistig behinderte Kinder und Jugendliche in 50 Schulen bzw. Tagesbildungsstätten und 500 Personen in 17 Werkstätten für Behinderte. Ende der 1960er-Jahre hatten sich die Betreuungszahlen fast verzehnfacht.

Ab 1967 kooperierte die Lebenshilfe in der Bundesarbeitsgemeinschaft „Hilfe für Behinderte“ (heute: Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen) mit zahlreichen anderen Behindertenverbänden wie dem Spastikerverband (heute: Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V.). Im Werkstattbereich bildete die Bundesarbeitsgemeinschaft „Werkstatt für Behinderte“ (heute: Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V.) eine wichtige Plattform.

Regelmäßige Kontakte wurden in den 1960er-Jahren zu den konfessionellen und anthroposophischen Fachverbänden aufgenommen. Ab 1978 fanden regelmäßige Kontaktgespräche der Bundesvereinigung Lebenshilfe mit dem Verband für anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und soziale Arbeit, dem Bundesverband evangelische Behindertenhilfe sowie der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie sowie seit 2005 dem Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte statt.

Nach der Initialzündung durch die Gründung der Bundesvereinigung und dem Entstehen vieler örtlicher Vereinigungen bildeten sich die Landesverbände. Sie vertreten die Interessen behinderter Menschen und ihrer Angehörigen auf Länderebene. Zu Beginn der 1990er-Jahre folgten die Landesverbände in den ostdeutschen Bundesländern.   
 
1960     Berlin,  Hamburg
1961     Bremen 
1962     Bayern, Niedersachsen 
1963     Rheinland-Pfalz 
1964     Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen (pdf - 159.8 KB),
              Schleswig-Holstein 
1965     Hessen 
1966     Saarland 
1990     Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-               Anhalt, Thüringen

 

Das Jubiläum „zehn Jahre Lebenshilfe“ im Jahr 1968 gab nicht nur Anlass zu einem Festakt in Würzburg, sondern auch zu einer Bilanz:

In einem Jahrzehnt hatte sie viel erreicht: Es gab inzwischen 312 Orts- und Kreisvereinigungen sowie Landesverbände in allen elf damaligen Bundesländern. Die Lebenshilfe zählte rund 38 000 Mitglieder und förderte 18 500 Menschen mit geistiger Behinderung. 
 

In echt demokratischer Weise ist diese
Vereinigung in eine Lücke eingesprungen,
die nach dem Kriege bestand, und hat sie ausgefüllt.
Käte Strobel, Bundesgesundheitsministerin (1968)
 

Der damalige Bundesvorsitzende Prof. Dr. Eberhard Schomburg skizzierte 1968 einen Plan, den die Lebenshilfe im folgenden Jahrzehnt umsetzen sollte. So sollte sich u.a. die Mitgliederzahl auf 60 000 erhöhen (1975 waren es bereits 80 000). Auch der von Schomburg geforderte beträchtliche Ausbau der Einrichtungen (Sonderkindergärten, Tagesbildungsstätten, Werkstätten) wurde sogar noch übertroffen.

Die Lebenshilfe entwickelte sich so dynamisch weiter, wie sie 1958 im kleinen Kreis begonnen hatte.


 
 
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